Mein Pferd hat Hirschlausfliegen!

Von: ElkeIL, am 14.09.2006


Es geht wieder los! Die Hirschlausfliege fliegt besonders von August bis Oktober. Ist das Pferd erst einmal von einer größeren Anzahl befallen, so sind Antiparasitika anzuwenden.

Die Hirschlausfliege kommt zwar vorwiegend bei Waldtieren vor, kann aber auch Pferde und sogar den Menschen befallen. Wenn das Pferd befallen ist, so wird es oft als "völlig durchgeknallt" beschrieben. Es ist sehr nervös, schubbert sich, steht nicht still, schlägt mit dem Kopf etc..

Ich verstand die Welt nicht mehr! Als wir im letzten Jahr nach einem schönen Herbstausritt in Wald und Flur zum Hof zurückkamen, begann das Pferd schon auf dem Rückweg sich völlig nervös zu verhalten. Es fing an zu trippeln, trat mit den Hinterbeinen an den Bauch und war panisch. Ich kannte ihn nicht wieder, da er sonst ein sehr lieber ausgeglichener Kerl ist und dachte nur "na, so schlimm war der Ausritt ja nun wirklich nicht, was hat er nur?", machte ihn soweit fertig und stellte ihn also in seine Box und beobachtete ihn. Es dauerte keine 5 Minuten, da fing er an gegen die Boxentür zu schlagen, was völlig unüblich für ihn war, ich dachte er nimmt die Box auseinander. Also nahm ich ihn wieder heraus und bat am Hof um Rat. In diesem Moment sah ich etwas aus seinem Fell herauskrabbeln oder besser - herausflitzen. Es war schnell da und auch schnell wieder unter dem Fell verschwunden. Eine andere Pferdebesitzerin schaute dies an und wurde fündig. Oh nein! Hirschlausfliegen! Man kannte das Problem am Hof, denn wir liegen sehr nah am Wald. Ich kannte es bis dahin noch nicht!! Was tun?! Ich fuhr also schnellst möglich zur Tierarztpraxis - die, Gott sei Dank im Dorf liegt - und holte ein Mittel gegen Ektoparasiten/u.a. Hirschlausfliegen. Es wurde im Wasser verdünnt und anschließend das Pferd komplett damit abgewaschen. Man merkte schon beim Abwaschen, daß er ruhiger wurde und es für ihn eine sichtliche Wohltat war. Wow, geschafft! Nachdem er trocken war und nun in seine Box kam, sah er mich mit treuen Augen an und ich glaube ich habe in seinem Blick ein "Dankeschön" erkannt.

Für diesen Herbst wurde vorgesorgt und ich bin mit Sicherheit aufmerksamer denn je, was diese blöden Hirschlausfliegen angeht.

Die Hirschlausfliege erinnert an eine Laus. Es sind flache 5 - 6 mm lange Insekten mit abgespreizten, kräftigen Beinen und einem Stechrüssel. Sie braucht einen Wirt, ernährt sich vom Blut, inklusive dem des Menschen. Hat sie einen Wirt gefunden, so verliert sie ihre Flügel. Hirschlausfliegen paaren sich auf dem Wirt und bringen lebende Junge zur Welt. Die Larven sind sofort verpuppungsreif, fallen dann zu Boden und entwickeln sich dann im nächsten Jahr zur vollständigen Hirschlausfliege. Es scheint neuerdings auch bewiesen, dass die Hirschlausfliege auch als Krankheitserreger fungiert.


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