Magenentzündung und Magengeschwür beim Pferd
Von:
ElkeIL, am
22.06.2006
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Vorweg gesagt: Hier ist natürlich die individuelle Empfindlichkeit des einzelnen Pferdes zu bedenken. Durch falsches Futter und Stress können Entzündungen oder gar Magengeschwüre entstehen. Auch Freizeitpferde, Weidepferde und Fohlen sind betroffen. Stress in der Herde, zu kalte, zu heiße, keimende oder schimmlige Futtermittel können ebenso häufiger Auslöser sein. |
Eine sichere Diagnose kann nur durch eine Gastroskopie gestellt werden.
Äußere Anzeichen für eine Entzündung oder Geschwür können vermehrtes Gähnen, Flehmen, Lecken, starkes Speicheln, Leerkauen und mit den Zähnen knirschen sein. Auch stumpfes, glanzloses Fell und Abmagerung sind zu beobachten. Sollte eine Entzündung unbemerkt und unbehandelt bleiben, kann hieraus schnell ein Magengeschwür entstehen. Als weitere Faktoren stehen gesundheitliche Störungen, Infektionen und vor allem Stress, der zudem noch eine vermehrte Magensaftproduktion auslöst. So kann häufiger Orts- oder Pflegerwechsel, eine ungünstige Unterbringung, der Umgang mit schwierigen Artgenossen oder sogar die Geburt eines Fohlen Stressauslöser sein.
Ein Geschwür kann im Magen des Pferdes Krater und Trichter bilden, im schlimmsten Fall den Magen und den Dünndarm verengen und somit zu Verstopfung und Kolik führen. Wird das Geschwür nicht behandelt, kann sich die Magenschleimhaut von der Magenwand trennen und schließlich die Magenwand durchbrechen, was zu anschließender Bauchfellentzündung und im allerschlimmsten Fall zum Tode führen kann.
Wenn sich bei Fohlen häufiger leichte Koliken, Fressunlust, struppiges Fell und Aufstoßen zeigen, sollte immer auf eine Magenerkrankung kontrolliert werden. Ein Magengeschwür ist eine Verdachtsdiagnose, es gibt leider keine Laborwerte, die den Verdacht bestätigen könnten. Der einzige Nachweis ist die Gastroskopie, bei der ein ca. drei Meter langes Endoskop über die Nüstern und den Schlund in den Magen geschoben wird. Die Untersuchung wird am betäubten Pferd durchgeführt und dauert ca. 20 Minuten. Die Kosten liegen hierfür bei ca. 200 Euro. Nur in Ausnahmefällen ist ein Klinikaufenthalt nötig.
Vorbeugung
Qualität und Zustand des Futters müssen regelmäßig kontrolliert werden. Plötzliche Futterwechsel oder unregelmäßige Fütterung sollte außerdem vermieden werden. Besser mehr Rauhfutter und weniger Kraftfutter reichen. Rauhfutter über den ganzen Tag anbieten und Kraftfutter in mehreren kleinen Portionen füttern. Sollte dies nicht möglich sein, hat es sich bewährt, das Rauhfutter vor dem Kraftfutter zu füttern, weil durch das stärkere Kauen des Raufutters die Speichelbildung angeregt wird.
Ein harmonisches Verhältnis zwischen Pferd und Reiter ist ebenso wichtig wie gutes Futter und artgerechte Haltung in einer harmonischen Gruppe.
Unnötiger Stress sollte vermieden werden!
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