HYPP - Hyperkaliämische Periodische Paralyse
Von:
ElkeIL, am
20.12.2006
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Vorwiegend tritt diese Krankheit bei Quarterhorses, Appaloosas und Painthorses auf - das bedeutet aber nicht, dass die Krankheit bei anderen Rassen nicht vorkommt. Durch Einkreuzen von Westernpferden können auch diese den Gendefekt erben.
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HYPP ist eine Erbkrankheit und wird durch eine Genmutation ausgelöst. Es kann immer wieder zu unvorhersehbaren Anfällen von Muskelschwäche kommen. Jeder schwere Anfall ist ein NOTFALL, den die Pferde nur bei sofortiger Behandlung überleben.
Der Quarterhorse-Hengst Impressive vererbte seinen Nachkommen nicht nur stramme Muskeln, sondern auch die Stoffwechselkrankheit HYPP. Die Stärke und die Länge der Anfälle können unterschiedlich verlaufen.
Bei schwachen Anfällen ist das Muskelzittern meist gar nicht zu sehen, das Pferd ist z.B. "irgendwie anders" und will einfach nicht weiterlaufen. Leichte bis mittelschwere Anfälle sind meist nach ein paar Minuten vorbei. Bei schweren Anfällen hingegen wird die komplette Muskulatur lahmgelegt und die Pferde sacken zusammen. Sie können Stunden andauern und im schlimmsten Fall tödlich enden, wenn sie nicht behandelt werden. Diese Pferde sterben dann meist an Atemlähmung oder Herzstillstand.
Während einer Attacke öffnet und schließt sich die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe nicht mehr normal und es gelangt übermäßig viel Kalium aus den Muskelzellen ins Blut und während der Kaliumspiegel im Blut ansteigt, sammelt sich in den Muskelzellen Natrium. Dies beides gleichzeitig führt dann zu unkontrollierbaren Muskelzuckungen und Lähmungen.
Es lässt sich nicht vorhersagen, ob und wann ein Genträger an HYPP erkrankt. Manche Pferde haben ihr ganzes Leben keine Beschwerden, andere hingegen haben alle 14 Tage schwere Anfälle. Am häufigsten treten HYPP-Attacken bei drei- bis fünfjährigen Pferden auf. In dieser Zeit haben die Pferde das stärkste Muskelwachstum. Die Auslöser der Anfälle kann man nicht benennen, ein Pferd erwischt es beim Reiten, das andere im Stall, auf der Weide oder im Hänger.
Empfohlen wird bei HYPP-Pferden Weide- oder Paddockhaltung, weil sie Bewegung verschafft, denn, wenn Pferde rennen, produziert ihr Körper das Hormon Adrenalin und dies senkt den Blut-Kaliumspiegel und somit das Risiko für HYPP-Anfälle. Bei leichten Anfällen sollte vorsichtig geführt oder longiert werden. Ratsam wäre auch, betroffene Pferde weder hungern noch dursten zu lassen und feste Fütterungszeiten mit gleichen Mengen einzuhalten. Eine kaliumarme Diät sollte geführt werden, weglassen sollte man Melasse, Luzerne, Elektrolytlösungen und Mineralfutter, dies enthält oft viel Kalium. Wenig Kalium hingegen enthält Hafer, Mais, Gerste und Heu aus späteren Ernten, welches weniger Kalium enthält als Heu aus frühen Ernten. Kohlenhydratreiches Getreide gilt deshalb als ideales Futter für HYPP-Pferde.
Aber: Der hohe Kohlenhydratgehalt des Futters fördert wiederum leider die Hufrehe, deshalb sollten die Rationen sorgfältig ausbalanciert werden.
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