Scheren, Putzen, Waschen... Pferdepflege?
Von:
ElkeIL, am
16.10.2007
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Am liebsten würden unsere Pferde den ganzen Tag auf der Weide stehen und sich genüsslich im Dreck wälzen. Mittlerweile müssen aber viele Pferde eine Reinigungsprozedur über sich ergehen lassen, die meist mehr Schaden als Nutzen hervorbringt.
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Nach der anstrengenden Arbeit eine kühle Dusche im Sommer ist mit Sicherheit eine wohltuende Angelegenheit für das Pferd. Auf das Shampoonieren allerdings sollte man lieber verzichten, denn dadurch geht das Eigenfett und somit der natürliche Schutz gegen Regen verloren. Durch dauerhaftes Waschen kann es zu Infektionen und Irritationen der Haut kommen, da sie ständig aufgeweicht wird.
Wasser gehört auf keinen Fall in die Ohren und die Augen, auch im Waschwasser befinden sich Bakterien vom Schweiß. Damit sich keine Mauke bildet, sollte man auch beim Abwaschen der Fesselbeugen diese mit einem trockenen Handtuch gut abreiben.
Gern sammelt sich der Schweiß in den Hautfalten zwischen den Vorder- und Hinterbeinen. Auch die Sattellage und den Kopf lieber kontrolliert mit einem in wenig Essigwasser getauchten Schwamm abwaschen.
Durch das Rasieren des Kurzhaares ist grundsätzlich nichts einzuwenden, doch auch hier gelten bestimmte Regeln. Außerdem macht der Verlust der Felldecke nicht immer Sinn.
Das Abschneiden oder Rasieren der Tasthaare im Kinn- und Nüsternbereich sind nach deutschem Gesetz verboten!
Die Tasthaare des Pferdes sind äußerst empfindsam, sie nehmen bei der Nahrungsaufnahme den ersten Kontakt zum Futter auf und warnen am Auge rechtzeitig vor Kontakt mit Fremdkörpern. Bitte die Tasthaare auf keinen Fall abrasieren oder kürzen!
Anders als die Tasthaare dürfen die Deckhaare durchaus im Winter rasiert werden, um übermäßiges Schwitzen und somit erhöhte Mineralstoffausscheidung und erschertes Abtrocknen zu vermeiden. Besonderer Augenmerk sollte auf die Scherblätter gegeben werden, stumpfe Blätter können unmerkbar die Haut verletzten oder Hautreizungen hervorrufen. Es macht auch wenig Sinn die Beine ganz zu rasieren, damit werden die Fesselbeugen schutzlos und Infektionen (Mauke) sind keine Seltenheit.
Mal ehrlich, es sieht sehr schön aus, wenn die Hufe glänzen aber: zuviel Fett, Teer, Wasser und sonstige Pflegemittel können genau das Gegenteil von dem erreichen, was sich der Pferdebesitzer verspricht. Die einzigen Stellen , an denen der Huf überhaupt Feuchtigkeit aufnimmt, sind das Saumband und die Sohle. Natürlich kann man den Huf auch vor zu viel Feuchtigkeit schützen, sollte der Untergrund draußen zu nass sein, in dem man vor dem Weidegang den Huf nur dünn einölt. Auf keine Fall sollte vor dem Gang in die Box der Huf eingefettet werden, denn hier können Stroh, Späne und Mist hängen bleiben und Infektionen hervorrufen. Also unbedingt vorher einziehen lassen!
Wie auch bei jedem anderen Lebewesen hat sich die Natur beim Pferd und seinem Organismus etwas gedacht.
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